Höhensiedlung Altenburg

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    Grabungen auf der Altenburg

    Grabungen am Anfang und Ende des 20. Jahrhunderts

    Während den ersten Ausgrabungen von 1905 bis 1913 machten die Forscher spektakuläre Entdeckungen, so zum Beispiel die bislang einzige in Europa erhaltene Holztür aus der Eisenzeit,  aus dem Jahr 101 v.Chr.  oder elf gezimmerte, ca. 5 x 7 m große Holzbecken, von denen eines um 193 v.Chr. erbaut worden ist[USoe1] .

    Zwischen 1990 und 1994 wurden weitere Grabungen vom Vorgeschichtlichen Seminar der Philipps-Universität Marburg und der Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen e.V. (KAL) durchgeführt.


    Ende des Dornröschenschlafs
    Blick vom Hessenturm auf die Altenburg

    Seit einigen Jahren ermöglicht es die neu in der Archäologie angewandte Methode der LiDAR-Untersuchung (LiDAR = light detection and ranging), bei der die Erdoberfläche mit Hilfe eines Lasers gescannt wird, Strukturen zu erkennen, die durch Luftbilder nicht sichtbar sind.

    Die Auswertung der LiDAR-Scans zeigt, dass die Altenburg eine Gesamtfläche von ca. 150 ha statt den vorher bekannten 70 ha  besitzt, außerdem sind neben den bisher bekannten Befestigungsanlagen weitere Wallzüge vorhanden. Deshalb beschäftigen sich seit 2015 Archäologen des Vorgeschichtlichen Seminars der Universität Marburg und der hessenArchäologie wieder mit der vorgeschichtlichen Nutzung der Altenburg. Dabei werden die „neu“ entdecken Bereiche genauer untersucht.
     
    Zur Zeit finden Begehungen und geoarchäologische Prospektionen statt. Dabei werden Bohrungen und geophysikalische Untersuchungen durchgeführt. Projektziel ist eine Neubewertung der Anlage. Unterstützt werden die Arbeiten in diesem Jahr (2018) von der Stadt Niedenstein und der Archäologischen Gesellschaft in Hessen e.V. (AGiH)


    Begehung der Altenburg
    Weitere Informationen

    Im Hessischen LandesmuseumKassel können die Originaltür und weitere Fundstücke wie Fibeln (=Gewandnadeln), Werkzeug, Pferdegeschirr und andere Gebrauchsgegenstände aus dem Alltagsleben vor über 2000 Jahren besichtigt werden. Im Altenburgmuseum in Niedenstein bieten Repliken einen ersten Eindruck der Fundstücke.

    Aktionstage und Vorträge

    Tag der Geoarchäologie auf der Altenburg bei Niedenstein

    Bohrstäbe


    Die Philipps Universität Marburg mit dem Vorgeschichtlichen Seminar und dem Fachbereich Geografie luden am 11. August zusammen mit der HessenArchäologie und der Stadt Niedenstein zu einem Tag der Geoarchäologie ein. Im Falkensteiner Sattel, zwischen Altenburg und Falkenstein bei Niedenstein gelegen, konnten Besucher zwischen 10 bis 14 Uhr die Aktions- und Infostände der Akteure besuchen und sich über die heutigen Forschungstechniken der Archäologen informieren.

    Über 50 Gäste fanden den Weg zur Veranstaltung, bestaunten Funde der letzten Begehungen auf der Altenburg und lernten, dass archäologische Forschungen nicht zwangsläufig eine Ausgrabung bedingen.

    Im Fokus des Aktionstages lag der Bereich der „geopysikalischen Prospektion“ und die Forschung durch „Bohrkernuntersuchungen“.

    Bei der geopysikalischen Prospektion werden Methoden, wie Geomagnetik und – elektrik angewandt, um zerstörungsfrei einen Blick unter die Erdoberfläche zu werfen. Die Geomagnetik misst das Magnetfeld, die Geoelektrik die elektrische Leitfähigkeit des Bodens. Beides wird durch sogenannte Störungen im Erdboden beeinflusst –diese Störungen können Anzeichen prähistorischer Spuren wie z.B. Gruben oder Pfostenstellungen im Boden sein, die später auf einem Messbild ausgewertet werden können.

    Mit Hilfe der Bohrkernuntersuchung können Bodenproben aus bis zu mehreren Metern Tiefe entnehmen und chemisch analysieren. Das archäologische Forschungsteam erhält hierdurch Einblicke in den Profilaufbau und die chemischen Eigenschaften (z.B. Phosphatgehalt) des Bodenmaterials und liefert somit Informationen über die ehemalige Nutzung des untersuchten Gebietes. Dies können Hinweise auf eine Besiedlung oder wirtschaftliche Aktivitäten sein. Diese Forschungsmethode wurde im Frühjahr und Sommer 2018 auf der Altenburg durchgeführt. 58 Bohrungen wurden entnommen, aus denen wiederum insgesamt 500 Bodenproben zur Auswertung an das Labor übergeben wurden.

    Die Ergebnisse der Untersuchung sind mögliche Grundlage für weitere Forschungsarbeiten.

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