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Gemeinsam für mehr Biodiversität
25 Schwalm-Eder-Kommunen setzen ein starkes Zeichen für den Schutz und die nachhaltige Entwicklung ihrer Kulturlandschaft: Mit der Förderung des Landschaftspflegeverbandes (LPV) Schwalm-Eder e.V. in Höhe von 100.000 € durch das Hessische Ministerium des Inneren und Sports soll die interkommunale Zusammenarbeit gestärkt werden. Ziel des Landschaftspflegeverbandes ist der Erhalt der biologischen Vielfalt im Schwalm-Eder-Kreis sowie die wirksame Entlastung der Kommunen bei zentralen Aufgaben des Naturschutzes.
Für die Übergabe des Förderbescheides reiste eigens der Hessische Minister des Inneren, Prof. Dr. Roman Poseck, am Mittwoch, den 1. April an, um in Niedenstein stellvertretend den Förderbescheid an den LPV und vertretende Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu übergeben.
Der LPV vereint die Schwalm-Eder-Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe sowie Naturschutzorganisationen in einem kooperativen Netzwerk. Gemeinsam verfolgen die Akteure das Ziel, Biodiversität in der Kulturlandschaft zu erhalten, Lebensräume zu vernetzen und nachhaltige Pflegekonzepte umzusetzen. Dabei steht auch die Entwicklung eines funktionierenden Biotopverbunds im Fokus – ein entscheidender Baustein, um dem fortschreitenden Verlust von Arten und Lebensräumen entgegenzuwirken.
Einen zentralen Schwerpunkt dabei bildet die ökologische Aufwertung und Pflege kommunaler Flächen, insbesondere auch Saumflächen wie Hecken, Feldraine und Gewässerrandstreifen. Diese schützenswerten Landschaftselemente erfüllen wichtige ökologische Funktionen und leisten gleichzeitig Beiträge zum Klimaschutz, etwa durch die Reduzierung von Erosion und die Abmilderung von Extremwetterereignissen.
Die Zusammenarbeit im LPV ermöglicht es den 25 der 27 Schwalm-Eder-Kommunen, ihre gesetzlichen Verpflichtungen im Naturschutz effizienter zu erfüllen. Durch gebündeltes Fachwissen, abgestimmte Planungen und gemeinsame Projekte entstehen erhebliche Synergieeffekte. Aufgaben wie die Planung und Pflege von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können so professionell begleitet und umgesetzt werden.
„Zentraler Aspekt im LPV ist eine möglichst praxisnahe Umsetzung lösungsorientierter Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, realisiert durch eine enge Abstimmung mit lokalen Akteuren und zuständigen Behörden. Neben themenbezogenen Schulungen setzen wir im LPV daher besonders auf die Einbindung lokaler Landwirte, Unternehmen und engagierte Bürgerinnen und Bürger“, so Franziska Mehlhorn vom Landschaftspflegeverband.
Mit dem geplanten Projekt „Vielfältige Landschaften – vernetzte Lebensräume“ sollen ab dem kommenden Jahr in den beteiligten Kommunen Edermünde, Gudensberg, Guxhagen und Niedenstein gezielte Pilotmaßnahmen zur Biotopvernetzung umgesetzt werden. Diese dienen als Modell für eine nachhaltige, übertragbare Landschaftspflege und können perspektivisch auf weitere Kommunen ausgeweitet werden.
Poseck betonte die Bedeutung der kommunalen Zusammenarbeit: Die Förderung des LPV ist damit ein wichtiger Schritt hin zu einer zukunftsfähigen, kooperativen Landschaftspflege. Eine Anstrengung, die nur gemeinsam gelinge. Sie ermöglicht es den Kommunen, ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz zu verbinden und die natürlichen Lebensgrundlagen für kommende Generationen aktiv zu sichern.
Zum Hintergrund:
Mit der Förderung unterstreicht das Land Hessen die Rolle der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) als zentrales Instrument für den ländlichen Raum. Seit 2008 wurden landesweit mehr als 540 IKZs gefördert. Die Kooperationen reichen von gemeinsamen Verwaltungsstrukturen bis hin zu Abfallentsorgung und Digitalisierung. Niedenstein hatte für die interkommunale Zusammenarbeit stellvertretend für die Kommunen des Landschaftspflegeverbandes die Förderung beim Land Hessen beantragt.

